Unsere Seeteufelfrauen auf Brockentour - Frauentour 1. Tag

Erlebt und geschrieben von Martina Wiesner

Die teuflischen GipfelstürmerinnenDie Anreise im "eigenen" PKW , 8 Frauen, 3 Autos - Monika kam später - wurde als mehr oder weniger Kilometer fressende Orientierungstour durch den Harz absolviert. Wir hatten eine schöne Fahrt, danke an Margret fürs sichere chauffieren. Alle, bis auf Monika, waren am frühen Nachmittag eingetroffen. Die Jugendherberge ist wesentlich größer als es die Angaben im Prospekt und Internet vermuten lassen. Mit ihren 6 Stockwerken und auch einer imposanten Breite ist es ein unübersehbarer Bau am Ende des Ortes Schierke. Die Einrichtung ist zweckmäßig und sauber, das Personal freundlich und hilfsbereit. Eine nette Gaststätte mit großzügiger Sonnenterrasse genau gegenüber. Das war dann doch ganz ok so. Wir trafen uns in besagter Gaststätte zu einer kleinen gemeinsamen Pause. Und dann ging es los. Den geplanten Besuch in der Tropfsteinhöhle ließen wir ausfallen, dafür umrundeten wir den Ort links und rechts. Ein kurzer Blick auf die örtliche Straßenkarte und los. Berge rauf und runter, mit kurzen Pausen und manch netten Gesprächen, spazierten wir mehr oder weniger gemütlich durch die hübsche Umgebung. Manche Blaubeere, die am Wegesrand wuchs, diente als Wegzehrung.

Zum Abendessen kehrten wir wieder bei der Sonnenterrasse ein. Nun stieß auch Moni zu uns.

Das Programm des ersten Tages war geschafft, ich auch. Wenig gegessen, die Höhenluft ( 600m ), Berge kraxeln, waren zuviel. Kreislaufschwäche, Krankenhaus, Diagnose: "Totale Erschöpfung". Noch mal Danke an Margret für die liebevolle Betreuung . Nach EKG und Untersuchung konnte ich sofort zurück zu den Anderen. Glück gehabt. Den Abend ließen wir dann, mit mehreren Flaschen Wein und Sekt, in einem der "gemütlichen" Herbergszimmer ausklingen. Da mir Ruhe verordnet war blieb ich am nächsten Tag im Ort, die Übrigen statteten dem Brocken einen Besuch ab.

Frauentour 2. Tag

Und dies wurde erlebt und geschrieben von Monika.

Im dicken Outfit vor dem BergwerkUnd so ging es weiter. Gleich morgens um 9.00 Uhr machten wir uns daran, den Brocken zu bezwingen. Irgendwer sprach von einer 13 km langen Strecke, mir kam es allerdings unendlich länger vor. Zum Glück ging der meiste Weg durch einen Schatten spendenden Wald mit einer herrlichen Aussicht auf das Tal. Unterwegs wurden merkwürdig aussehende Bäume und Wiesen untersucht und über das Aussehen debattiert, was jedesmal ein Grund zu einer kleinen Pause war. Stolz darauf, auch ohne Brockenexpreß den Weg geschafft zu haben, erstürmten wir nach 3 Std. Kraxelei endlich den Gipfel. Der Blick ins Tal war schon lohnenswert, aber die Massenabfertigung der hungrigen Touris sowie der Anblick der häßlichen Gemäuer, war nicht unbedingt das, was wir uns so vorgestellt hatten. Wir hatten eher an eine etwas größere Bergalm, vielleicht mit ein paar Kühen nebenan gedacht, nicht jedoch an zusammengehämmerte Bretterbuden und nett drein schauenden Dixies. Nach einer etwa 1 stündigen Futterpause mit der Besichtigung eines Souvenir Shops , mehr gab es nicht zu erleben, ging es wieder Bergab. Diesmal wählten wir den Weg über die "Brokken", jeder sehr konzentriert darauf, keinen unbedachten Schritt zu machen, der evtl. einen Gipsfuß o. ä. zur Folge hätte. Vor allem, wer sollte Einen retten und beim Abstieg behilflich sein? Also bloß nicht fallen. Unterwegs patroullierten noch ein paar Ranger an uns vorbei, die darauf aufmerksam machten, daß das rauchen im Wald verboten ist. Ganz kurz erzählten sie uns noch von ihrer Arbeit, nämlich dem Abkassieren, wenn sich Leute nicht an die Wege halten und im Naturschutzgebiet wild herum spazieren oder ihren Müll entsorgen würden. Als Natur bewußter Seeteufel hatten wir uns natürlich an alle Regeln gehalten. Wieder nach 3 Std. Kraxelei war es geschafft und das Tal hatte uns wieder. Auch für den nächsten Tag hatte sich Margret ein Programm für uns ausgedacht. Es ging zur Besichtigung einer Erzbergwerksmine nach Elbingerode. Ausgerüstet mit Schutzhelm und Kittel fuhren wir mit einer kleinen Bahn in den Schacht. Nach der Hitze oben, war es unten in der Mine angenehm kühl. Unser Begleiter erzählte viel aus der Geschichte der Mine und führte uns die tollsten Maschinen vor. Durch das Einschalten der Geräte hatten wir eine winzige Vorstellung davon, welch einem Lärm ein Bergmann ausgesetzt war und welch harte Arbeit zu leisten war. Nach etwa 1 1/2 Std. war die Tour beendet und nach einem kleinen Imbiss oberhalb der Mine, fand eine erfahrungsreiche Frauentour ihr Ende.

An dieser Stelle ein großer Dank aller Teilnehmerinnen an unsere Margret, die diese tolle Tour organisiert hat.