Antauchen in Uthlede

Ein Bericht von Alexander Bruder

Im September war ich das letzte Mal im Wasser. Ich hatte Urlaub, war in Ägypten, es war über 30 Grad warm und das Wasser hatte auch in etwa Badewannentemperatur. Da macht Tauchen doch richtig Spaß. Seit dem habe ich mich hier immer um das Tauchen gedrückt. Wie ja auch viele Andere. Wir erinnern uns alle noch gut an das Regenspektakel vom Weihnachtsbaumversenken. Von ungefähr vierzig Seeteufeln sind damals nur sechs Abgehärtete ins Wasser gegangen. Aber nun juckte es mich doch wieder - und Antauchen der Seeteufel ist ja auch eine gute Gelegenheit.

Als ich kam, waren Waldi und Rudi schon damit beschäftigt einen Pavillon aufzubauen. Nachdem das Gerüst stand, fehlte eigentlich nur noch die Plane, aber wo war die? In Waldis Auto jedenfalls nicht - in Rudis aber auch nicht. Schließlich einigten sich die Anwesenden, dass die Plane wohl noch im Vereinsheim liegt. Nun gut, dann halt ohne Pavillon. Irgendwie sah es aber auch nicht nach Regen aus. Leider gab es auch kein Untergestell für die Gas-Pfanne, aber Waldis Einfallsreichtum sorgte auch hier für eine ausreichende Lösung. Und er hatte noch was vor. Diesmal sollte es eine asiatische Nudelpfanne geben.

Zwischendurch zogen Rudi und ich uns um und gingen zum See. Gut verpackt in meinen Trockentauchanzug, sollte doch das kalte Wasser kein Problem sein. Das Flossenanziehen im Flachwasser war auch noch kein Problem, wenn doch nicht durch den dicken Unterzieher und Anzug, die Bewegungsfreiheit so eingeschränkt wäre. Dann kam der Moment, wo der Kopf unter das Wasser ging. Das war kalt! Ich hatte das Gefühl, als ob mir jemand tausende Eiskristalle über das Gesicht schrubbte. Dabei schauten ja eigentlich nur die Wangen aus dem Anzug heraus. Das kalte Wasser trieb mir fast Tränen in die Augen. Es ist schon verrückt, was man sich selbst antut, nur um sich in trüben Wasser einige Minuten zu bewegen, bis man durchgefroren endlich wieder heraus kann.
Dann aber beruhigte sich mein Gesicht - wahrscheinlich betäubt - und der schöne Teil des Tauchens begann. Wir schwebten erst am Boot vorbei und dann doch noch hin und bekamen unendlich viele Jungfische zu sehen.

Wir beschlossen noch weiter zum Hausriff zu tauchen. Unterwegs kreuzte ein riesiger alter Barsch unseren Weg und verkrümelte sich in größere Tiefen. Am Hausriff gab es neben den vielen Trümmern, die immer da sind, noch weitere Schwärme von kleinen Barschen. Allein diese Schwerelosigkeit ist Grund genug, auch hier in diesen Breiten zu tauchen. Die Fische sind zwar nicht so bunt, wie im Süden, aber mindestens genauso interessant. Mal sehen wie im Frühjahr und Sommer, die vielen neuen versenkten Bäume von den Fischen angenommen werden. Nach knapp vierzig Minuten verließen wir zufrieden wieder das Wasser.

Als wir unsere Ausrüstung wieder verstaut hatten, konnten wir die vorzügliche Pfanne von Waldi genießen. Es ist schon was besonderes, wenn man nach dem Tauchen auch noch mit einem leckeren Mahl verwöhnt wird. Das Antauchen war wieder einmal ein rundum gelungener Tag.