Eine Seefahrt die ist lustig?

Ein Bericht von Margret und Reinhard

Im Oktober fuhren wir wie jedes Jahr einmal, wieder nach Ägypten. Diesmal freuten wir uns besonders auf eine Woche Südtour mit der „Highlight“. Ein Segelschiff toll. Vom ersten bis zum letzten Tag eine Katastrophe. Unter Deck konnten wir vor lauter Dieseldämpfen kaum unsere Sachen zusammensuchen, nach der Schiffsreise verbrachten wir noch eine Woche im Hotel, dort mussten wir unsere Garderobe erst auslüften da sie (trotz im Koffer gelassen) stark nach Diesel roch.
Zum Schlafen waren nicht genügend windgeschützte Liegeplätze vorhanden, da die Besatzung die meisten der geschützten Plätze selbst einnahm. Der Kapitän schlief vor dem Kühlschrank.
Die Verpflegung war so knapp bemessen, dass wir am vorletzten Tag vorwurfsvoll angekuckt wurden, als wir zu dem trockenen Reis noch etwas Fleischsoße nach haben wollten. Wenn ich bedenke, das wir für 12 Pers. bezahlt aber nur mit 9 Pers. gekommen sind, frage ich mich, wo die übrige Verpflegung geblieben ist. Die Verpflegung war wohl nur für 7 gebunkert. Die meisten Mahlzeiten bestanden hauptsächlich aus Tomaten, Schafkäse Reis und Fladenbrot. Reis und Fladenbrot reichlich. Auch in Ägypten ist es nicht üblich, Gästen eine derartig karge Kost aufzutischen, im Gegenteil, es ist eine Beleidigung an die Gäste. Margret und ich gehören nicht zu den Reisenden, die sich aus der Heimat Schinken und Salami mitbringen um im Urlaub die Verpflegung aufzufrischen. Wenn die anderen Mitreisenden nicht noch zusätzliche Verpflegung dabei gehabt hätten, wie wäre das denn dann wohl ausgegangen? Auf allen Tagesfahrten der mir bekannten ägyptischen Tauchschiffe (ich fahre schon 10 Jahre ans rote Meer tauchen) haben wir fürstlicher gespeist als auf der „Highlight“, obwohl wir für 12 Personen bezahlt hatten.
Nach eigener Aussage war unser Kapitän der beste Tauchführer aller Tauchschiffe die er kannte. Er kannte vielleicht nicht viele. Am Tage im Wasser hängen und warten das die meisten Taucher der Gruppe von 8 Tauchern an die Reserve kamen und es dann Zeit wurde für alle aufzutauchen, ist doch wohl keine Gruppenführung und wohl nicht das Verhalten eines Tauchführers. Wurde er auf dieses Verhalten angesprochen, war er sehr beleidigt. Was natürlich auch nicht sehr angenehm ist, denn als Gast auf einem Schiff ist man dem Kapitän ausgeliefert. Wenn er sagt: wir können auf Grund von Schiff und Wetter bestimmte Tauchgründe nicht anlaufen, welche Möglichkeiten haben wir denn dann?
Um an entfernte und besondere Riffe zu tauchen, beteiligt man sich an einer Tauchsafari! Sonst kann ich gleich ins Hotel gehen und Tagesfahrten buchen. Wobei ich in den Städten wenigstens die Möglichkeit habe die Basis zu wechseln.
Mir wurden sogar zwei Nachttauchgänge nicht ermöglicht, der Kapitän lehnte es ab noch mal zu tauchen, er verwies auf die anderen Gäste an Bord. Davon wollte aber auch keiner, da nach dem Essen das Bier schon gut schmeckte. Das erklärte ich dem Kapitän, aber er änderte seine Einstellung nicht.
In der Bucht von Mangrove Bay machte ich den Vorschlag in einer bestimmten Region zu tauchen (max. 20 Meter) wo interessante Videomotive vorhanden seien. Das wurde vollkommen ignoriert.
Die Art und Weise wie auf dem Schiff der Tauchbetrieb ablief, kann nur mit den Worten beschrieben werden „lasst uns tauchen gehen, mal sehen was kommt und wo wir landen!“
Keine Tauchplatzbeschreibung? Kein Briefing? Was für ein Tauch-Guide!
Wieder zurück in Quesier, machten wir einen Stadtbummel, als wir wieder an Bord kamen, waren derart viel fremde Personen auf dem Schiff, das der Eindruck entstand die nächste Gruppe, alles Ägypter, wären schon dort und würden mit uns das Schiff den Abend und die Nacht teilen. Der Kapitän und die meisten der Besatzung hatten das Schiff schon verlassen.
Gott sei Dank verbrachten wir noch eine Woche im Hotel wo wir uns gut erholten und das Essen (auch auf den Tauchschiffen) reichlich und schmackhaft war. Auch das Tauchen war eine Wonne, kein Rudeltauchen.