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Ein Bericht von Katrin Hamann

ThunfischFische sind wechselwarme Tiere, d.h. ihre Körpertemperatur entspricht der des umgebenden Wassers. Mit abnehmender Temperatur sinkt aber auch ihre Reaktionsgeschwindigkeit. Für einen Räuber ist es somit ein großer Vorteil, wenn er im kalten Wasser seine Muskulatur um einige Grad aufheizt. Dies nutzen Schwertfische, Thunfische und sogar einige Haie.
SchwertfischDer Schwertfisch (Xiphias gladius) geht noch weiter: Er besitzt sogar ein eigenes Heizsystem, mit dem er Augen und Gehirn um zehn bis 15 Grad über die Wassertemperatur aufheizen kann. Obwohl Wissenschaftlern diese Tatsache seit langem bekannt ist, war der biologische Sinn des Phänomens bisher unklar. Denn das Einheizen verschlingt viel Energie, da im Wasser die Wärme etwa 3000 Mal schneller verloren geht als in der Luft.
Wissenschaftler von der Universität Queensland fanden heraus, dass die Schwertfische dank der Augenheizung ihr Sehvermögen erhöhen, da sie Lichtreize deutlich schneller verarbeiten können. Abhängig von der Tauchtiefe der Fische kann die zeitliche Auflösung bis zu zehn mal höher sein als bei Fischen, deren Augen Umgebungstemperatur besitzen. Auch Thunfische verbessern so ihre Sehleistung, allerdings nur etwa halb so stark.
Die Augenheizung verschafft den Fischen letztlich bessere Jagdchancen, da sie das in den Tiefen des Meeres spärlich vorhandene Licht effektiver nutzen können. Vorbeihuschende Beutetiere wie Tintenfische können sie dann besser ausmachen. Bei der Suche nach Beute könnten sie zudem in tiefere Gewässer vordringen. Sie verhindern, dass ihr Sehvermögen nachlässt, wenn sie in kältere Wasserschichten abtauchen.

Veröffentlicht in den "Teuflichen Nachrichten"