Der auch Angler genannte Namensgeber unseres Vereins ist im Ost-Atlantik von Nordnorwegen bis zum Kap der Guten Hoffnung, in der Nordsee, im Mittelmeer und Schwarzen Meer zuhause. Dort ist der Lophius piscatorius vor allem auf sandigen oder schlammigen Böden in 15 bis über 500m Tiefe anzutreffen.
Typisch für einen bodenlebenden Fisch sind die hochsitzenden Augen. Die Oberseite des abgeflachten Körpers ist dunkelbraun marmoriert, während der Bauch weiß gefärbt ist. Ungewöhnlich sind die Brustflossen, die aussehen wie kurze Armstummel. Besonders auffällig ist aber der riesige, großmäulige Kopf. Er ist doppelt so breit wie der flache, nach hinten stark verjüngte Körper und entspricht 2/3 der Gesamtlänge und diese kann immerhin bis zu 2 m betragen. Die Kiefern sind bestückt mit Reihen nach rückwärts gerichteter Fangzähne.
Die erste der zwei Rückenflossen ist fast ganz in einzelne Stachelstrahlen aufgelöst, die nicht mit einer Flossenhaut verbundenen sind. Der vorderste, drahtförmige Flossenstrahl steht unmittelbar über der Schnauze und trägt einen blattförmigen Anhang an der Spitze, welcher an einen Röhrenwurm erinnert.
Zwischen April und Juni werden die Eier in bis zu 10m langen, 30 cm breiten und 0,5 cm dicken violetten Schleimbändern abgelegt. Diese wird man als Taucher jedoch nicht zu sehen bekommen, da der Seeteufel dafür 400 bis 4000 m tief taucht. Nach dem Schlupf treiben die auffällig gestalteten Jungtiere im freien Wasser und ernähren sich von Plankton. Erst ab einer Größe von etwa 12 cm gehen sie zur bodenorientierten Lebensweise über.
Der Seeteufel liegt meist eingegraben und unbeweglich am Boden, nur der Hautlappen seines Anlerorgans auf der Stirn bewegt sich langsam hin und her. Schwimmen vorbeikommende Fische näher heran, um den Köder zu betrachten, schnappt der Seeteufel blitzschnell zu und saugt seine Beute geradezu in das gewaltige Maul.
Seine Hauptnahrung sind Fische und Krebse, doch verschlingt er selbst tauchende Seevögel und kleinere Rochen oder Haie.
Dabei muss der Seeteufel aber auch aufpassen, dass er nicht selbst geangelt wird. Unter dem Namen Forellenstör ist er nämlich auch ein sehr beliebter Speisefisch.
Veröffentlicht in den "Teuflichen Nachrichten"
© Seeteufel e.V. 2007