Artikel und Berichte » Artikel » Was ist das ... schwarze Bänder im Riff?

Ein Bericht von Katrin Hamann

Einige haben bestimmt schon mal bei einem Tauchgang in einem der Riffe dieser Welt einen Korallenstock gesehen, dessen Kalkskelett nur noch teilweise mit lebenden Polypen überzogen war. Und vielleicht haben sie sich die Grenze zwischen den lebende Korallenpolypen und dem abgestorbenen Bereich genauer angesehen und ein mehrere Millimeter bis einige Zentimeter breites schwarzes Band entdeckt und sich gefragt: "Was ist das?"
Der Korallenstock war von der weit verbreiteten aber wenig bekannten Korallenkrankheit, der Schwarzbandkrankheit, befallen.
Sie wurde Anfang der 70er Jahre erstmals von Arnfried Antonius beschrieben.
Das Band wird von verschiedenen Bakterien gebildet und wandert mit einer Geschwindigkeit von bis zu einem Zentimeter pro Tag über den Korallenstock. Dies bedeutet, dass zum Beispiel ein Korallenstock von der Größe eines Fußballs in wenigen Monaten vollständig abgestorben ist.
Die Krankheit ist weltweit verbreitet und befällt viele verschiedene Steinkorallenarten, wie zum Beispiel Gehirnkorallen, Gorgonien und Geweihkorallen.
Eine einmal erkrankte Kolonie stirbt fast immer vollständig ab.
Das diese Korallenkrankheit trotzdem nur einen geringen Bekanntheitsgrad hat, lässt sich wohl mit der niedrigen Infektiösität erklären. Dadurch tritt die Krankheit meist nur bei wenigen Korallenstöcken eines Riffes auf. Ein auffälliger großflächiger Befall durch den ein ganzes Riff zerstört wird, wurde bisher nicht beobachtet.

Veröffentlicht in den "Teuflichen Nachrichten"